apple-1867752__480_KOPIE Totalschaden vs. 130%-Regelung Leicht und verständlich erklärt

Was genau hat es mit dem Totalschadenfall in Aussicht?

Übersteigen die den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs, liegt in der Regel zunächst ein Totalschaden vor. Das bedeutet, dass für die Schadensabrechnung den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges vor dem Unfall minus des Restwertes nach dem Unfall abgezogen wird. Das ist der tatsächliche aktuelle Wert des Fahrzeugs nach dem Unfall. Die zahlt im Totalschadenfall nur den Wiederbeschaffungswert Ihres Fahrzeuges abzüglich des Restwertes.

Um es verständlicher zu machen, hier ein Beispiel: Das Auto hat einen Wiederbeschaffungswert in Höhe von 10.000,- €, der Restwert (also der aktuelle Wert des Fahrzeug nach dem Unfall) wurde auf 1.000,- € ermittelt. Wiederbeschaffungswert minus Restwert à ergibt 9.000,- €. Dieses Endergebnis von 9.000,-€ würden Sie ausgezahlt bekommen, da Sie den Unfallauto ja behalten.

Nur ein Gutachten durch einen Kfz-Sachverständigen berücksichtig die verschiedenen Bewertungskriterien speziell für Ihr Fahrzeug.

Bei diesem Thema „Wiederbeschaffungswert, Restwert und Mehrwertsteuer“ können einige Probleme auftauchen, da die Werte regional sehr schwanken. Aus diesem Grund ist es am besten einen Kfz-Gutachter überlassen sollten.

ATM Expert 24h ermittelt den Restwert Ihres Fahrzeugs gemäß Rechtsprechung des BGH anhand der örtlichen Marktlage und berücksichtigen nur Angebote seriöser Aufkäufer. Das bietet Ihnen ein zuverlässiges Ergebnis, eine objektive Schadensabrechnung zu erhalten und keine, die auf einen oftmals überhöhten Restwert dubioser Aufkäufer im Internet basiert, auf die gegnerischen Versicherungen gern zurückgreifen.

Die 130%-Regelung/ -Grenze

Es gibt Ausnahmefälle, die Sie Ihr Fahrzeug trotz des Eintritts des Totalschadens reparieren lassen können und entsprechend danach abgerechnet wird: Auch wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen und somit ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt (Opfergrenze / 130%-Grenze) haben Sie die Möglichkeit die Abrechnung nach Reparatur mit Ausnahme zu verlangen.

Was genau heißt das?

Mit der 130%-Regelung gilt als Sonderregel, mit dieser Regelung kann Ihr verunfalltes Fahrzeug auch dann repariert werden bzw. nach Reparaturkalkulation abgerechnet werden, wenn aus wirtschaftlicher Sicht die Reparaturkosten eigentlich zu hoch sind.

Eine feine Sache; davon profitieren Autobesitzer, denen ihr Fahrzeug besonders an Herz gewachsen ist!

Sollte es also bei einem Unfall zu dem Ergebnis kommen, dass beim geschädigten Fahrzeug ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt, weil die Reparaturkosten zu hoch sind, kann der Kfz-Sachverständige ermitteln, ob die 130%-Regelung in Ihrem eintritt…

Wann greift und mit welchen Werten die 130-Prozent-Grenze?

Wie bereits beschrieben ist die 130%-Grenze eine Sonderregelung bei der Schadensabwicklung durch die Kfz-Versicherung. Im Prinzip definiert Sie den Rahmen der Reparaturwürdigkeit eines Fahrzeuges. Die Versicherung würde normalerweise von einem wirtschaftlichen Totalschaden sprechen, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges überschreiten.

Mit der Sonderregelung der 130%-Grenze könnte man erst dann einsetzen, wenn diese erst die Voraussetzung erfüllen: Dazu gibt es eine allgemeine Formel, die ermittelt wird.

Hier ein Beispiel:

Das geschädigte Fahrzeug hat einen Wiederbeschaffungswert von 6.000,- € Euro.

Nach dem Unfall hat das Auto noch einen Restwert von 1.000,- € Euro.

Wären in diesem Fall die Reparaturkosten höher als 5.000,- € Euro, läge aus Sicht der Versicherung ein wirtschaftlicher Totalschaden vor.

Wir wissen bereits, dass bei einer normalen Schadensabwicklung der Geschädigte normalerweise den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes – also in diesem Fall: 5.000,- € Euro – von der Versicherung erhalten würde.

Sagen wir mal, der Kfz-Gutachter hat den Reparaturschaden auf 7.000,- € Euro ermittelt.

Der Wiederbeschaffungswert ist deutlich niedriger als der Reparaturschaden.

Berechnungsformel:

Wiederbeschaffungswert * 30 ./. 100 = 1.800,- € Euro.

Der Wert von 1.800,- € Euro darf der Reparaturschaden höher liegen als beim Wiederbeschaffungswert à sprich 7.800,- € Euro darf die Reparatur kosten, die die Versicherung akzeptieren würde.

Kommen wir zurück auf unserem Beispiel: der Reparaturschaden von 7.000,- € Euro hat einen Prozentsatz in Höhe von 116 %. Die Versicherung wurde nach Reparaturschaden abrechnen.

WICHTIG: Voraussetzungen zur nach der 130%-Regelung

Unter folgenden Voraussetzungen ist die Reparatur des verunfallten Fahrzeuges nach der 130%-Regelung möglich:

  • die Reparaturkosten des Fahrzeuges dürfen maximal 30% über den Wiederbeschaffungskosten liegen
  • als Nachweis darüber, dass das Integritätsinteresse gewahrt ist, muss das Auto mindestens über einen Zeitraum von 6 Monaten, ab dem Zeitpunkt des , weitergenutzt und versichert werden
  • die Reparatur des Fahrzeugs muss im Rahmen der Vorgaben eines Kfz-Sachverständigengutachtens erfolgen
  • als Nachweis über eine Gutachten-konforme Reparatur muss eine Rechnung über die Reparaturkosten vorgelegt werden, aus der hervorgeht, dass die Reparatur gemäß dem vorliegenden Gutachten erfolgte
  • eine Eigenreparatur ist zulässig und möglich – allerdings muss im Anschluss an die erfolgte Reparatur eine sogenannte Reparaturbescheinigung durch einen Sachverständigen erfolgen, in der bescheinigt wird, dass die Reparatur nach den Vorgaben des Gutachtens sach- und fachgerecht durchgeführt wurde
  • sogenannte „“, bei denen keine vollständige des Fahrzeugs erfolgt, werden nicht über die 130%-Regelung von der Versicherung reguliert – in diesen kann allenfalls eine Regulierung auf erfolgen

30%-Regelung – Warum ein unabhängiger Sachverständiger so wichtig ist

Nur Ihr Kfz-Gutachter ermittelt die Werte und erklärt Ihnen, weshalb die 130-Prozent-Regelung für Sie lohnt:

Werden im Gutachten seitens der Versicherung die Reparaturkosten von vornherein auf 131% oder mehr, und damit auf mindestens 7.900 Euro festgelegt, ist eine Schadensregulierung im Rahmen der 130%-Regelung ausgeschlossen und die Schadensabrechnung würde wie folgt aussehen:

Bei einem Wiederbeschaffungswert von 6.000 Euro und einem Restwert ihres Fahrzeugs von 1.000 Euro, erhalten Sie Wiederbeschaffungswert minus Restwert – also nur 5.000 Euro!

In dieser Beispielrechnung würde die Versicherung demnach eine Kostenersparnis von mindestens 2.800 Euro (39,5%) erwirtschaften, wenn sie den Schaden auf Totalschadenbasis anstatt auf Basis der 130%-Regelung abrechnen würde.

Das Beispiel zeigt aber auch, wie wichtig es für den Geschädigten ist, einen unabhängigen Sachverständigen mit einem Gutachten zu beauftragen, um Tricksereien und Finessen seitens der gegnerischen Versicherung vorzubeugen.

Aber nicht nur in diesem Fall ist die Beauftragung eines unabhängigen Sachverständigen wichtig, auch in anderen Bereichen ist es immer stets Ratsam und empfehlenswert die Gutachtenerstellung von Ihrem Sachverständigen ausführen zu lassen, um kleine Finessen der Versicherer zu vermeiden und dadurch Kosteneinsparungen, die sich insbesondere bei der Reparatur nach der 130%-Regelung sehr zum wirtschaftliche Nachteile des Geschädigten auswirken können.

Mit Ihrem Sachverständigen sind Sie auf der richtigen Seite.

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